Hunde-Toll-Haus statt Modehaus

Hallo liebe Fans und NoFans. Da bin ich mal wieder. Seit ich mehr ländlich wohne, ist es etwas ruhig um meine Geschichten geworden, was nicht heißt, dass ich auf dem Land keine lustigen oder auch tolle Erlebnisse habe, doch anscheinend sind die Großstädte prädestiniert darin, mir Futter für meine Stories zu liefern.

Am Sonntag den 20. Januar 2019 gab es dann wieder Erlebnisse und Erfahrungen aus dem wahren Hundeleben. Eigentlich ist es Sonntag und ein ruhiger Tag. Dachte ich. Meine Zweibeiner haben so eine beknackte Idee an einem sonnigen Sonntag einen Trainingslauf einzulegen – mit mir. Lasst doch diesen Scheiß, nach fünf Jahren habe ich doch schon alles durch.

Wir wackeln also in die Kölner Innenstadt – zum Stadttraining. Wie sich dies schon anhört „Stadt und Training“. Vorher Pippi Kacka machen Mick, höre ich Frauchen sagen. Also geht es vorher noch schön ins Outback „RED DANGER ZONE“ – etwas für die Insider. Gruß an dieser Stelle an Nicole Merten und Olaf Merten. Ausgekackt und leer gepullert, in der Tiefgarage genervt einen Parkplatz für Herrchens Panzer gefunden – dabei noch die obere Dachbegrenzung von der Tiefgarage mitgenommen (hihi, der Alte ist so schmerzfrei) stehe ich jetzt schon gelangweilt in der Fußgängerzone. Mann oh Mann, auch noch Verkaufsoffener Sonntag wegen dieser Möbelmesse. Na toll – das kann ja lustig werden mit unkontrollierten Menschen, die noch unkontrollierter durch die Stadt watscheln. Genau das richtige Training für den Mick, denken sich meine Zweibeiner.

Also geht es bei gefühlten -20°C, da werden gewisse „Dinge“ an meinem Body ganz schön klein, durch die voll gefühlte Innenstadt. Menschen, die eigentlich nicht in die Schaufenster schauen, sondern eher in ihre komischen digitalen Zweithirne und dabei nicht wahrnehmen, wohin sie laufen. Den einen oder anderen Kommentar kann Frauchen sich mal wieder nicht verkneifen – echt peinlich. Unter anderem legen wir einen ersten Stopp in einem bekannten Optikergeschäft ein. Kaum bollere ich da rein, kommt ein älteres Ehepaar auf uns zu und berichtet, sie seien auch Besitzer eines 6-jährigen Ridgeback Rüden. „Nicht quatschen und lieber mich kraulen“ denke ich und gebe den beiden einen kleinen Body-Schupser – na also, geht doch. Nach kurzer Fachsimpelei, kurzen Schmuseeinheiten und Liebkosungen heißt es dann leider Abschied nehmen. Brille: Hund.

Also weiter durch die kalte Hölle Kölns… uups Collie-Rüde von links aber Herrchen schlägt andere Richtung ein – hey nicht so schüchtern – ich will doch nur spielen.
Was mache ich bloß, um aus dieser total beknackten Trainingsübung raus zu kommen? Humpeln, mich übergeben, auf den Rücken schmeißen und alle Viere von mir gestreckt einfach Jaulen???

Doch dann werde ich aus meinen Überlegungen jäh rausgerissen und höre und sehe: HAAALLLOOOO und dann Schmusi Dusi, Küsschen links und Küsschen rechts, ausgiebige Umarmungen. Ach je, das fehlt mir jetzt gerade noch. „Verzell“ mitten auf der Schildergasse. Kurzer Informationsaustausch findet statt, die Frauen verabereden sich zum intensiveren Austausch und genauso herzlich wie man sich begrüßt hat, wird auch wieder Abschied genommen – besser ist das, denn ich will weiter – und zwar nach Hause!
Weiter geht´s. Nein Nein Nein, bitte nicht Orange – zu spät! Der Alte sieht Orange, das ist nämlich seine Lieblingsfarbe. Vaddiiiii, ich brauche nichts in Orange und überhaupt nicht solchen einen Schal. Häng‘ dir den lieber selbst um und lauf vor dem Spiegel auf und ab. Ich klatsche auch Applaus, wenn das Deinem Ego gut tut. Keine Reaktion. Na gut, wir hängen als vor dem Modehaus „GW“ ab, er drinnen im warmen, wir draußen im kalten. GANZ VIELE SCHALS IN HERRCHENS LIEBLINGSFARBE stehen dort bereit und als würden sie nur auf ihn warten. Das kommt mir Spanisch vor.

Alter, beeil Dich lieber etwas, bevor wir zwei Hübschen noch Eisfüße bekommen.
Herrchen und eine sehr attraktive Verkäuferin, (hey lass mich mal lieber ran, die gefällt mir), gehen in die Anprobe – also Schalanprobe – natürlich in Orange. Frauchen und ich warten weiter draußen und normalerweise lasse ich ja meinen Body zu Boden fallen – dann bebt ja die Erde – das kann ich gut – nee nee aber auf diesem kalten Boden jetzt besser nicht und Frauchen würde das sowieso nicht zulassen. In der Zwischenzeit habe ich zwei Päckchen ins Universum geschickt. Nummer 1 = hol mich nach Hause und Nummer 2 = lass mich der Verkäuferin persönlich in die Augen schauen.

Das Paket Nummer 2 ans Universum ist doch tatsächlich angekommen, denn Frau Verkäuferin nimmt mich endlich wahr, die Türe öffnet sich und diese zauberhafte Stimme ruft uns zu: „Der Hund muss aber nicht draußen warten“. Recht hast Du, Du Schnecke – ich komme äh bzw. eile. Plötzlich wird diese wunderbare Stimmung jäh zerstört.
Alte Trulla schaut mich abwertend an, schaut dann zu Frauchen, die schon erahnen kann, was jetzt kommt. Trulla keift die Verkäuferin aus tiefstem Herzen an „das ist doch ein Modehaus und KEIN HUNDEHAUS“!!! DER kann draußen warten!“

Uuhaaa Frauchens Halsschlagader bekommt Druck – ok ich gehe jetzt mal taktisch aus dem Weg, denn der Terror-anschlag kommt gleich unverhofft und gnadenlos – es riecht nach Beendigung des Rentenbescheids. Aber die Verkäuferin ist wahrlich schneller und lächelt die alte keifende „Dame“ an und kommentiert mit einer lieblichen Stimme:
„Bei uns sind Hunde sehr willkommen und bei uns ist auch noch keiner erfroren!“ und hält mir elegant die Türe auf. Ich bin verliebt!

Nach erlebnisreichen Momenten bin ich endlich wieder auf dem Weg nach Hause und Schnecke aus dem Modehaus „GW“ – ich verspreche Dir, wir sehen uns wieder!
Aber was möchte ich Euch eigentlich sagen?! Dass ich diese Einstellung der Verkäuferin sehr beeindruckend fand und mir von viel mehr Zweibeinern im Einzelhandel solch eine Einstellung wünschen würde und dies zu jeder Jahreszeit. Es gibt sie doch noch, diese wunderbaren Wesen.

Damit ihr seht, dass mir der Orangene Schal doch verpasst wurde, hier noch ein paar Impressionen Live und in Farbe. In diesem Sinne, macht es gut und packt Euch warm ein.

23Euer Mick

By | 2019-01-25T09:05:24+00:00 Januar 23rd, 2019|Categories: Buchbeitrag, Satire|Tags: |0 Comments

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